Telekom: Neue Tarifstruktur und Drosselung nur auf 2 Mbit

Bereits gestern machten Informationen über eine Änderung der Festnetz-Drosselung die Runde. So sollte die Telekom doch noch eingelenkt haben und die Drosselung ab 2016 nun noch auf 2 Mbit festgesetzt haben. Bisher sahen die Pläne so aus, dass je nach Tarif (beim günstigsten Tarif ab 75 GB) nach einem gewissen Datenvolumen, das verbraucht wurde, der Anschluss bis zum Ende des Monats auf 384 KB gedrosselt werden sollte. Damit machte man sich natürlich keine Freunde und so gab es auch eine Menge Diskussionen dazu.

Telekom - Logo auf dem Dach mit Flaggen im Vordergrund

Doch diese 75 GB sind schon heute sehr eng. Da die Drosselung aber erst 2016 in Kraft tritt, wird sich die Technologie noch deutlich weiterentwickeln, so dass man heute kaum vorhersagen kann, wie viel Datenvolumen in drei bis vier Jahren durchschnittlich verbraucht wird. Doch auch die bisherigen 384 KB reichen schon heute nicht für eine Nutzung des modernen Webs. Denn selbst in den 90ern stand den Nutzern eine höhere Geschwindigkeit zur Verfügung.

Doch dann gab die Telekom auch noch bekannt, dass man gewisse Dienste gegen Bezahlung bevorzugen wird und diese nicht auf das gebuchte Datenvolumen angerechnet werden. Genannt wurde dies dann „Managed Services„. Daraufhin gab es nochmal deutlich mehr Kritik an den Plänen der Deutschen Telekom. Denn viele Kunden sehen dadurch die Netzneutralität in Gefahr und so wurden auch mehrere Petitionen gestartet, die auch erfolgreich beendet werden konnten. Zwischenzeitlich gab die Telekom dann auch noch bekannt, dass man auch weiterhin echte Flatrates buchen könne. Diese würden dann halt entsprechend teurer sein als die Tarife mit bestimmtem Datenvolumen. Dies führte zu noch mehr Unverständnis bei den Nutzern. Denn damit handelt es sich eigentlich nur um eine versteckte Preiserhöhung um zehn bis zwanzig Euro.

Nun hat die Telekom aber wiedermal neue Informationen verkündet. Interessant dabei ist aber auch, dass die Telekom scheinbar einlenkt und in gewissen Punkten auf die viele Kritik der Nutzer zu hören scheint. So wird die Mindestgeschwindigkeit verfünffacht. Damit stehen den Nutzern nun selbst mit einer gedrosselten Leitung 2 Mbit zur Verfügung. Dies reicht durchaus für eine halbwegs anständige Nutzung des Internets. Lediglich bei Videos könnte dies zu langen Wartezeiten führen. Diese Erhöhung der Mindestgeschwindigkeit gilt nun auch rückwirkend für alle Verträge, die ab Mai abgeschlossen wurden und somit auch die Klausel zur Festnetz-Drosselung enthalten.

Desweiteren sollen die Volumina und die Mindestgeschwindigkeit dynamisch sein. Sollte das Datenvolumen bis 2016 also weiter so stark ansteigen, wird die Telekom auch zukünftig die Tarife anpassen und ggf. auch die Preise. Man geht jedoch nicht davon aus, dass es in Deutschland ein Gesetz zur Netzneutralität geben wird. Man wird also auch weiterhin am geplanten Modell festhalten und Managed Services einführen. Lediglich die Geschwindigkeit hat man nun etwas angepasst.

In der offiziellen Pressemitteilung hört sich das dann folgendermaßen an:

Die Deutsche Telekom passt ihre neue Tarifstruktur an, die der Konzern im Rahmen der Tarifdifferenzierung ab 2016 technisch umsetzen will. Die Telekom reagiert damit auf die Sorgen von Kunden. Ab 2016 werden Kunden, sollten sie nach Aufbrauchen ihres Inklusivvolumens keine zusätzlichen Datenpakete buchen oder keine Flatrate nutzen, mit 2 Mbit/s statt wie bisher geplant mit 384 Kbit/s surfen können.

„Wir haben in den vergangenen Wochen einen intensiven Dialog mit unseren Kunden geführt und die Sorgen verstanden. Mit 2 Mbit/s liegen wir deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung – wir haben ihn verdoppelt“, sagt Niek Jan van Damme, Deutschlandchef der Telekom. Der neue Wert gilt rückwirkend auch für Verträge, die seit dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden.

Die Telekom hatte Ende April eine neue Tarifstruktur im Festnetz angekündigt, die stärker auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen eingeht. Dabei wird es ab 2016 weiterhin Flatrates für Vielnutzer geben, die dann etwas teurer sein werden, aber auch günstigere Tarife für Normalnutzer, bei denen ein bestimmtes Datenvolumen inklusive ist. Für alle Zielgruppen – Wenignutzer, Familien und Extremnutzer – wird es passende attraktive Angebote geben.

„Eine weitere Sorge, die wir oft gehört haben, ist, dass beispielsweise Familien mit den bisher definierten Volumina in Zukunft nicht auskommen werden“, so Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland. „Wir stehen im Wettbewerb und es ist doch klar, dass wir diesen Sorgen Rechnung tragen und für alle Zielgruppen attraktive Tarifpakete schnüren werden. Aber es ist zu früh, über Details der Tarife in drei Jahren zu sprechen.“

Die Telekom hatte mehrfach erklärt, dass sowohl die reduzierte Geschwindigkeit als auch die Inklusivvolumina dynamische Werte sind, die sich an den Markterfordernissen orientieren. „Die Werte sind nicht in Stein gemeißelt, auch hier gilt: Wir stellen uns der Realität. Vor der Einführung 2016 werden wir uns den Durchschnittsverbrauch unserer Kunden genau ansehen und die Inklusivvolumina gegebenenfalls anpassen“, so Hagspihl weiter.

Niek Jan van Damme ergänzt: „Unser Ziel bleibt: Ein leistungsstarkes Internet für alle. Für den Ausbau ins flächendeckende Highspeed-Internet investieren wir weiterhin Milliarden – allein in den kommenden Jahren zusätzlich 6 Mrd. Euro. Damit sind wir Vorreiter in Deutschland. Wir werden unsere Tarife aber differenzieren müssen, so dass wir unsere Netzinvestitionen auch in Zukunft zurückverdienen können.”

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Artikelinformationen

Autor: Kemmerzell Media

Veröffentlichung: 12.06.2013

Kategorie: Deutsche Telekom

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